BURNERS - Brandzeichnungen

Die Idee von funkelnden Persönlichkeiten oder Images, die sich einem ins Gedächtnis brennen, ist Thema dieser Serie. Gesichter bekannter oder unbekannter Menschen, die etwas Besonderes oder auch Mysteriöses an sich haben. Eine Präsenz, die sie in positiver Weise außergewöhnlich und unvergesslich macht. Für ihre ‚Burners‘-Serie taucht TRINE777 in Vergangenheit und Gegenwart ein, um das ‚Gewisse Etwas‘ dieser Charaktere heraus zu filtern.


In ihren Werken hinterfragt TRINE777 immer auch den Wahrheitsgehalt ikonischer Images: Einige von ihnen sind künstlerische Konstruktionen, etwa Film-Charaktere. Andere verkörpern gesellschaftliche Träume, Ideale oder Utopien, was sie dadurch mitunter radikal wirken lässt. 


Licht, Schatten und Reduktion spielen bei diesen Porträts eine wesentliche Rolle. Die grundsätzliche Frage lautet also: Ist die Präsenz der dargestellten Menschen tatsächlich real oder eben nur ein visueller Effekt?


TRINE777 widmet sich in ihrer Serie bevorzugt weiblichen Persönlichkeiten, besonders wenn sie auf Nessel arbeitet. Eine selbst entwickelte Brandtechnik ermöglicht es ihr dabei, unterschiedliche Brauntönen zu erzeugen.

'20er Jahre-Serie'

'25.08.78 [Ich und Amalie]'

'o.T. [Altar-Stück]'

Fechenheimer Anzeiger, 3.5.2018

Künstler auf Zeitreise in die 20er JahreVernissage im Atelier „Katharinasart“

Die Künstler des Abends hatten sich im Stil der 20er Jahre zurechtgemacht. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Eine Hommage an die Goldenen 20er Jahre war die Vernissage im Atelier „Katharinasart“ von Katharina Spandole. Ein kompletter Raum der Gemeinschaftsausstellung zeigt Werke des kürzlich verstorbenen Künstlers Max Weinberg, der in den 20er Jahren geboren wurde. Weinberg hätte die Vernissage gerne besucht, aber das Schicksal meinte es anders.

Die teilnehmenden Künstler Jan-Malte Strijek, Agnes Jacobi, TRINE777, Karina Spandole und Katharina Spandole selbst hatten sich für die Gemeinschaftsausstellung mit dem Thema 20er Jahre beschäftigt und Werke speziell für die Veranstaltung angefertigt. Viele Motive setzten sich mit dem Thema Emanzipation auseinander. Jan-Malte Strijeks Gemälde zeigt eine selbstbewusste Frau mit Kurzhaarschnitt in schwarz-weiß Tönen, die ein Glas in der Hand hält, an dem bunte Streifen herunterperlen. „Die Frau tritt aus dem Dunkel heraus, darf frei trinken und eigene Lebenswege gehen“, erklärte der Künstler.

Marlene Dietrich ist ein häufiges Motiv der Ausstellung bei Katharina Spandole

Ein häufiges Motiv war Marlene Dietrich. Dieser widmete sich neben Karina Spandole auch Agnes Jacobi. Ihre Gemälde zeigen die Diva sowohl als starke Persönlichkeit mit Hut und Hose als auch zerbrechlich und einsam mit einer Träne im Auge.

Auch Katharina Spandole hatte ein Dietrich-Portrait gemalt, das nur den Kopf zeigt, sodass sie über allem zu schweben scheint. In diesem Stil hat die Atelier-Inhaberin auch ein Portrait im Gedenken an Max Weinberg angefertigt – im Hintergrund die Lieblingsfarbe des verstorbenen Künstlers: Pink. Ihm zu Ehren trug Spandole stilecht eine pinkfarbene Federboa und auch Clemens Benkel, der den Künstler als dessen Assisstent während seiner letzten Jahre begleitet hat, hatte sich eine pinkfarbene Krawatte umgebunden.

Eindrucksvolle Portraits auf Nesselstoff gebrannt

Eindrucksvolle Portraits präsentierte TRINE777. Sie hatte sowohl Selbstportraits als auch zwei Frauenfiguren mit Pagenkopf – eine selbstbewusste und eine schüchterne – auf Nesselstoff gebrannt. „Brandzeichnungen“ nennt sie ihre Technik. Auch von Weinberg hatte sie ein Portrait in diesem Verfahren angefertigt.

Neben Gemälden gab es zur Vernissage Lyrik. Tamara Labas, Katharina Eismann und Joanna Masseli hatten wunderschöne Poesie zum Thema 20er Jahre vorbereitet. „Das war wie eine Zeitreise“, sagte Masseli.

Musik von Günter Bozem und Darius Blair

Zudem gab es Musik von Günter Bozem an einer persischen Rahmentrommel (Daf) und einer mexikanischen Oceandrum. Der erst 15 Jahre alte Darius Blair beeindruckte alle mit seinen einwandfreien jazzigen Saxofon-Improvisationen.

Die Ausstellung ist noch 14 Tage zu sehen und von Montag bis Samstag von 16 bis 20 Uhr oder nach Absprache (E-Mail: daretdecor@gmx.de) geöffnet.